Offene Ateliers // 9.Juni ab 15 Uhr // der Gang

+ Gastkünstler

Sylvie Ringer, Zeichnungen
Tomas Kaiser, Malerei
Christian Desbonnets, Objekt, Installation

+ Filmprogramm ab 20 Uhr

“New Town” von Jens Franke (07′ min)
“Was ich ansehe wird Portal zu einem Gedankengang” von Chinook Schneider (08’30 min)
“Traces of an Elephant” von Vanessa Nica Mueller (27′ min)
“Wildnis”  von Helena Wittmann (12′ min)
“Eule sein”  von Nika Breithaupt (07’11min)

Wir freuen uns auf Euch!

Filmprogramm im GANG

Die KünstlerInnen dieses Programms nähern sich in ihren Filmen Umgebungen an, die ihnen unbekannt sind. Für diese Annäherung finden sie jeweils eine eigenständige Filmform, die nicht nur den Ort beschreibt, sondern auch das Annähern selbst reflektiert. Sie wollen kennenlernen und befragen. Die Fragerei befragen. Den Verlauf der Zeit befragen. Die genannten KünstlerInnen tun das in jedem Falle aktiv. So finde ich: sie gehen näher und zeigen uns, was das bedeuten kann.

NEW TOWN _ Ein Film von Jens Franke _ 7min_Deutschland/China _ 2013 Jens Franke betrachtet ein Stadtviertel in Shanghai, entworfen vom Architekturbüro Albert Speer und Partner. Die „New Town“ ist noch im Rohzustand, erste Bewohner improvisieren hier ein Leben und Tun. Mit dem Blick des Filmemachers fragen wir uns, wo wir uns eigentlich befinden, hängen uns an Zeichen, die uns die Architektur sendet. Es ist besonders, dass dieser ruhige Blick suchend bleibt. Jens Franke bewertet nicht, was wir da mit ihm sehen und lässt damit Raum für Fragen und unterschiedliche Ansätze des Verstehens.

WAS ICH ANSEHE WIRD PORTAL ZU EINEM GEDANKENGANG _ Ein Film von Chinook Schneider _ 8:30min _ Deutschland/Libanon _ 2011 In diesem Film konfrontiert sich Chinook Schneider offensiv mit den Zeichen, die ihm auf seiner Reise in den Libanon, der ersten Reise in ein arabisches Land, gesendet werden. Die Frage ist nur, ob wir sie nur deuten, oder ob sie uns auch etwas be-deuten. “Man denkt: „Ah, endlich etwas Architektur!“ und wird wieder enttäuscht mit einem Baum.” Wonach suchen wir auf unseren Reisen? Und was unterscheidet das Reisen vom Tourismus? Man muss aufmerksam sein, wenn man sich nicht verlieren möchte im Zeichenhaufen. Und welche Rolle spielt die künstlerische Praxis während der Reise? Hilft sie bei der Annäherung oder verstellt sie den Blick durch andere Bezugssysteme? Chinook Schneider legt diese Fragen durch die filmische Form offen. Und versucht radikal, sich von allzu bekannten Blickweisen zu befreien, um eine eigene Sichtweise zu ermöglichen.

TRACES OF AN ELEPHANT _ Ein Film von Vanessa Nica Mueller _ 27min _ Deutschland/Nordirland _ 2011 Während eines Aufenthalts als Artist in Residence bei den Digital Studios Belfast stößt Vanessa Nica Mueller auf den Spielfilm „Elephant“ von Alan Clarke (Belfast, 1989). Sie sieht Bilder von der Stadt, die zwanzig Jahre zuvor aufgenommen wurden und in denen unkommentierte Gewaltausbrüche stattfinden. „Es sieht aus wie ein Gebiet an der Nähe des Flussufers. Ich konnte zu wenig von der Umgebung sehen, um den Ort eindeutig zu erkennen.“ Szenen des Films sind den Befragten im Gedächtnis geblieben. Und sie scheinen mehr als Orte und Menschen zu zeigen. Ist es möglich, dass Gewalt schon in der reinen Zusammenstellung von Orten, Menschen und Bewegung sichtbar wird? Die Künstlerin lässt die Gewaltszenen konsequent aus und konzentriert sich auf die Fahrten durch die Stadt. Auf dem Weg zu etwas hin, oder auch von etwas weg.

 


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